Auf den Sandpisten zwischen Lagunen und Vulkanen

Dezember 2015 / Januar 2016
 
Vorbemerkung  
Bergauf-Bergab

Von LaPaz aus nahm ich den Fernbus über Nacht bis Uyuni und unternahm dann zu eine 16-tägigen Rundtour mit Start/Ende in Uyuni.

Salz bis zum Horizont: Salar de Uyuni

Uyuni, 6:00 morgens, es geht los. Der Bus aus LaPaz war pünktlich, das Rad unbeschädigt transportiert, und ich nach 24 Stunden auf 3600 m erstmal auch so leidlich an die Höhe angepasst. Es kann nun also endlich losgehen. Die Stadt ist noch wie ausgestorben, nur ein Marktstand, der Frühstück verkauft hat schon geöffnet. Es gibt frittierte Teigfladen mit Api, einem Maisgetränk.

Die 30 km bis Colchani sind schnell auf einer nagelneuen Asphaltstraße geradelt, dann noch 5 km Piste, und plötzlich nur noch Salz. Fast unmerklich ging die Lehmpiste in die Salzkruste des Salar über.

Der Salar de Uyuni ist mit mehr als 10 qkm der größte Salzsee der Erde. Die Salzfläche, auf der ich mich nun bewege, ist eine durch Verdunstung entstandene mehrere dezimeter- bis meterdicke Salzschicht, die, ähnlich einer Eisschicht, den bis zu 100 Meter tiefen See bedeckt. Die Verdunstung des kapillar aufsteigenden Wassers produziert dann diese berühmten vieleckigen Muster in der Salzkruste. Erinnerungen kommen auf an die winterliche Radtour auf dem Baikalsee. Ist das wirklich Salz? Sieht doch auch aus wie Eis… Nur die Temperaturen von über +40°C sind entgegengesetzt zu meiner letzten Radtour auf einem See: am Baikalsee war es ja minus 40°C…

Eine Piste führt gerade nach Westen, das passt. Es ist die Richtung zu der Kakteeninsel in etwa 70 km Entfernung. Die Piste ist gut zu fahren, glattpoliert von den zahlreichen Geländewagen. Es fährt sich geradezu wie auf Asphalt: hart, glatt, und da ich mich auf einer Seeoberfläche bewege, eben auch perfekt flach. Mit 20 bis 25 km/h „flitzt“ das Fatbike über die Salzpiste. Wenn man von der Piste etwas abzweigt und über die Polygone fährt, ist es deutlich holpriger, aber irgendwie auch lustig. Die hohen Geschwindigkeiten gefallen mir aber besser, insofern kehre ich nach kurzen Ausflügen über die Polygone immer wieder auf die bequem fahrbare Piste zurück.

Ab Mittag kommt starker Wind auf, aus Süd-West, also irgendwie auch von vorne. Dieses Muster wird sich in den nächsten Tagen immer wiederholen: ab Mittag ist Sturm, und je nach Bedingung zum Radeln eher schwierig. Der Wind bremst die Fahrt natürlich, aber heute ist am Ende des Tages auf 100 km trotzdem noch eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 16km/h übrig. Nicht schlecht für den ersten Tag, finde ich. Dennoch bin ich ziemlich platt, als ich an der Insel Incahuasi ankomme und gönne mir ersteinmal ein Abendessen im Cafe der Nationalparkstation.

Insel Incahuasi

Schon lange hat man die Silhouette der Insel vor sich gesehen, zuerst als flimmernden schwarzen Fleck, dann als größerer Fleck, dann sieht man irgendwie die ersten Kakteen auf den Felsen, dann werden erste Details sichtbar, und schließlich kann man das Rad an einen Felsen am Ufer parken. Die Luft ist so klar, dass es schwierig ist, die Entfernungen richtig einzuschätzen.
Abends bemerke ich, dass ich trotz Sonnenschutz ordentliche Verbrennungen davon getragen habe: Ohren, Nase, Lippen, Arme und selbst die Fußzehen sind gut verbrannt…

Die Insel ist nicht besonders groß, bietet aber mit der kleinen Anhöhe einen Schönen Aussichtspunkt über den See und auf den Vulkan Tunupa. Es gibt zwei Arten an Kakteen auf der Insel, die besonders am späteren Nachmittag und zu Sonnenaufgang am nächsten Morgen in einem warmen Licht erscheinen. An Tieren entdecke ich zahlreiche Finken und ein Viscacha. Ich genieße den Sonnenuntergang und die einkehrende Ruhe, nachdem auch der letzte Geländewagen den „Parkplatz“ an der Insel verlassen hat. Immerhin gibt es hier schöne Zeltmöglichkeiten auf dem Salz, dazu auch Tische und Stühle gebaut aus Salzklötzen. Erst so gegen 22 Uhr legt sich der Wind.


Volcan Tunupa

Am Vulkan Tunupa gibt es in 3900 Meter Höhe eine Höhle in der einige Mumien zu besichtigen sind. Die Mumien sind ca. 1200 Jahre alt aus der Vor-Inkazeit.

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